FDP in der RVS findet Sehring-Erweiterung in Langen regionalplanerisch vertretbar. Regionalversammlung tagte am 29. Juni 2012 – FDP bekräftigt differenzierte Haltung zur Windenergie

Allgemein2. Juli 2012

Die Regionalversammlung Südhessen tagte am Freitag, 29. Juni 2012, im Frankfurter Römer. Die Mehrheit von Rot-Grün beschloss in der Sitzung zwei Anträge der Grünen, die gegen die Ausweitung des Sand- und Kiesabbaus von Sehring in Langen gerichtet waren. Die Regionalversammlung war zuvor vom Bergamt des Regierungspräsidiums im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für das Vorhaben zu einer Stellungnahme aufgefordert worden. Für die von den Grünen ebenfalls beantragte Aufforderung seitens der Regionalversammlung gegenüber dem Bergamt die Planfeststellung zu untersagen, sah die FDP nicht die dazu erforderliche Rechtsgrundlage. Für die FDP-Fraktion sprach sich deshalb FDP-Fraktionsvorsitzender und Landtagsabgeordneter René Rock für die weitere Prüfung des Vorhabens durch das Regierungspräsidium aus. Die FDP-Fraktion habe zudem gegen das Vorhaben aus regionalplanerischer Sicht keine Bedenken.

FDP-Fraktionsvorsitzender René Rock kommentierte den Vorgang am Rande der Sitzung wie folgt: »Wir finden es grundsätzlich gut, dass der Langener Waldsee zu einer ansprechenden Seenlandschaft ausgebaut wird, denn Gewässer zur Erholung, zum Baden und für Freizeitsport fehlen uns im Raum Frankfurt. Die Erweiterung würde unmittelbar 100 und indirekt nochmal 150 Arbeitsplätze in der Region halten. Außerdem spart die regionale Gewinnung von Rohstoffen Kosten und CO2 für Transport und Treibstoff durch kurze Wege zu den Baustellen in der Region. Der Verlust von Bannwald ist zwar bedauerlich, aber Bannwald ist nicht sakrosankt, und Sehring ist bereit, den Verlust an Wald 1:1 zu kompensieren. Es ist für uns nicht entscheidend, dass der Waldverlust unbedingt an Ort und Stelle kompensiert wird. Genau hinschauen muss man allerdings beim Grundwasserschutz, das aber geschieht im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens, vom regionalplanerischen Standpunkt aus wäre die Sehring-Erweiterung für die Region aus unserer Sicht jedenfalls eine gute Sache.«

Außerdem diskutierte die Regionalversammlung die Abstände von Windkraftanlagen zu Wohnhäusern. FDP-Fraktionsvorsitzender René Rock sprach sich in der Debatte für die Einhaltung des Absschlusspapiers der hessischen Energiekonsensgespräche aus und drängte darauf, grundsätzlich 1000 Meter Abstand von Windkraftanlagen zu Wohnbebauung einzuhalten.